Strisowitz,

mit 21 Häusern, 90 liegt auf dem nordwestlichen Rücken des Strisowitzer Berges in einer Meereshöhe von 268 m.

Durch den Ort geht die Straße, die von Schöbritz nach Karbitz führt. Nach Aussig führt ein Fuhrweg, ebenso nach Deutsch-Neudörfel. Eisenbahnstation, Post in Karbitz, Pfarre Gartitz, Schule Schöbritz. Strisowitz ist in der Anlage ein Rundling und dürfte aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammen. Es gehörte in frühester Zeit zur Herrschaft Grauben, ist aber bereit 1429 im Besitze des Hans von Schöbritz. 1513 kam Strisowitz, abgesehen von einem Hause, das zum Gute Prödlitz gehörte, zur Herrschaft Kulm, bei der es bis 1848 verblieb. 1654 hatte Strisowitz 13 Häuser; davon waren 9 bewohnt und 4 unbewohnt (7 Bauern, 6 Kleinbauern).

Ansichtskarte vom Gasthaus "Goldener Brunnen in Strisowitz, Bezirk Aussig an der Elbe

1853 hatte es 16 Häuser, mit 98 Einwohnern und 1887 mit 17 Häusern und 109 Einwohner. Auf dem Weg nach Kleische liegt der schon viele Jahrhunderte bestehende Zapfenteich. Im Orte sind noch einige kleine Teiche. Auf dem Dorfplatze steht ein hübsches Brunnenhäuschen aus dem Jahre 1695, einzig in seiner Bauart. Im Dachgestühl sind noch die alten hölzernen Haspeln und Zahnräder des Getriebes zu sehen, womit das Wasser im früheren Jahren heraufgezogen wurde.
Jetzt ist eine Druckpumpe eingebaut. Die Sandsteinumfassung trägt die Inschrift: Amor Dei et proximi causa fontis 1695. Deutsch: Die Liebe zu Gott und dem Nächsten ist die Ursache des Brunnens. Seine Tiefe beträgt 26,5 m. Er wurde vom Grafen Johann Franz von Kolowrat-Krakowsky in Kulm erbaut. Gegenüber dem Dorfteiche steht die 1852 errichtete Annakapelle. Vor dem südlichen Ortseingang steht neben dem Spritzenhause ein altes Sühnkreuz, neben dem Brunnen ein steinernes Kreuz aus dem Jahre 1736, am Wege zur Bärenhecke unter zwei Linden das "Weiße Kreuz", 1804 errichtet.
An der Straßenbiegung nach Böhmisch-Neudörfel befindet sich das "Rote Kreuz". Fachwerkhäuser gibt es im Orte bloß noch zwei: Nr. 1 und 12. Der Steinberg (341 m) besteht aus Tephrittuff. Dieser wurde vor Jahren von einigen Besitzern gebrochen und zu Schotter geschlagen. Eine gute Aussicht hat man von der Bank beim Roten Kreuze und vom Schöbritzer Berg.

Schrifttum: Gemeindegedenkbuch, verfaßt vom Oberlehrer Franz Werner und Franz Drescher, Schöbritz.

Ortsverzeichnis