Weitere Ortsbeschreibung

Tellnitz,

Einwohnerverzeichnis

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mit 85 Häuser, 367 Einwohner,  an der Staatsstraße Teplitz - Peterswald, in einem der schönsten Quertäler des Erzgebirges gelegen, erstreckt sich von der Dux - Bodenbacher Eisenbahn an der Straße gegen Adolfsgrün durch das Tal der Tellnitz (daher die volkstümliche Bezeichnung "In der Tellentz) bis zum Ortsteil Hintertellnitz. Eisenbahnstation, Endstation der Aussiger elektrischen  Bahn, Post und Schule im Orte, Pfarre Kulm, Ebersdorf und Nollendorf. Höhenlage der Bahnstation 357 m. Der Ort Tellnitz ist wahrscheinlich durch Ansiedlung von Bergleuten und Waldarbeitern entstanden.Schon im 14. Jahrhundert wurde an der oberen Tellnitz geseift und gepocht. Die ehemaligen Stollen befanden sich auf der oberen Winterleite und den  gegenüberliegenden Bergabhängen, weshalb die Besiedlung jedenfalls in Hintertellnitz begonnen hat Tellnitz, Foto K.H- Kralowetz, München, 2006
Man unterscheidet drei Ortsteile: Vordertellnitz (Pfarre Kulm), Mitteltellnitz (Pfarre Nollendorf), Hintertellnitz (Pfarre Ebersdorf). Die Häuser unterhalb der Bahn gehören zur Katastralgemeinde Arbesau und bilden den "Ortsteil Tellnitz".
Tellnitz gehörte vor 1580 zur Herrschaft Graupen. In diesem Jahre kam Vordertellnitz zur Herrschaft Kulm, Mitteltellnitz zu Schönwald und Hintertellnitz zu Schöbritz.
1654 hatte  Tellnitz im ganzen 15 Häuser, von denen 12 bewohnt waren und drei wüst lagen. 1787 werden 37 Häuser verzeichnet, 1833  50 Häuser mit 246 Einwohner. Davon entfielen 12 Häuser mit 59 Einwohner auf Vordertellnitz, 4 Häuser (Nr. 19, 23, 36, 45) mit 18 Einwohner auf Mitteltellnitz und 32 Häuser mit 169 Einwohner auf Hintertellnitz. Nach der Größe des Grundbesitzes gab es 1843 in Tellnitz 11 Kleinbauern, 3 Gärtner. 33 Häusler. In Hintertellnitz befindet sich die Papiermühle, die seit 1630 in Betrieb ist. Von den übrigen Mühlen sind die "Jägermühle" (Nr. 9) und die "Hackermühle" (Nr. 19) die ältesten, da sie schon vor 1650 bestanden. Die anderen Mühlen stammen erst aus der Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Baumannmühle (Nr. 72, früher Nr. 47) soll zur Zeit als in Liesdorf der Bergbau auf Silber betrieben wurde, ein Pochwerk gewesen sein. Die Kapelle in Vordertellnitz (Arbesauer Teil) ist 1860, das Kirchlein im Jahre 1910 vom Grafen Westphalen in Kulm erbaut worden. Das Schlößchen des Grafen Ledebur an der Straße nach Nollendorf entstand erst in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts.
Das Schulhaus aus dem Jahre 1877 wurde 1914 erweitert. 1813 wurde bei Tellnitz am 29. und 30. August und am 17. September 1914 erweitert. 1813 wurde bei Tellnitz am 29. und 30. August und am 17. September heftig gekämpft.
1927 verursachte ein Hochwasser schwere Schäden. Ein neu erschlossener Steinbruch zur Herstellung von Granitwürfeln für Straßenpflaster brachte neue Erwerbsmöglichkeiten für den Ort. Die Bewohner sind meist Arbeiter, Angestellte und Gewerbetreibende. Mehrere Gasthöfe zeigen, dassder Fremdenverkehr blüht. Tellnitz erfreut sich als Sommerfrische und Ausgangsort für Wanderer und Skifahrer großer Beliebtheit, besonders seitdem es in Aussig durch die elektrische Bahn verbunden ist (1912).

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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