Türmitz, tschech.  Trmice

 
 

Häuserverzeichnis 

 
seit 1939 ein Stadtteil von Aussig, am Ausgang des Bielatales gelegen, ist von Aussig aus sowohl mit der Aussig-Teplitzer Eisenbahn als auch mit der Elektrischen Straßenbahn leicht zu erreichen. Seine Lage am Ausgang des Bielatales bietet viele landschaftliche Reize. Im Südwesten liegt die bewaldete Rabenei (375m), im Süden und Osten erheben sich die bewaldeten Randhöhen der Padloschiner Hochfläche (der Tiergarten, der Breitenstein 414 m) mit herrlicher Aussicht. Zur Zeit der Eingemeindung der Stadt (1939) nach Aussig hatte Türmitz 697 Häuser und 6814 Einwohner. Das alte Dorf Türmitz breitete sich im Raume eines Doppelknies der Biela aus:Obertürmitz am rechten Bielaufer an den sanften Abhängen des Wetterniks, Niedertürmitz, am linken Ufer in einer langen Häuserzeile an der Lehne des Haykens. Türmitz seit 1305 urkundlich, wurde als Reihendorf jedenfalls an Stelle einer älteren slawischen Siedlung, etwa in 11. Jahrhundert angelegt. Das Herrschaftsgebiet war schon vor dem Jahre 1402 in Ober- und Untertürmitz geteilt. Zu jedem der beiden Teile gehörte eine Bauernseite, wie man diese Reihen der Häuser noch heute bezeichnet. Die Zahl der Häuser war nicht groß. Noch im Jahre 1654 hatte der Ort erst 33 Häuser (16 Bauern, 14 Kleinbauern, 1 Gärtner und 2 Häusler). Die katholische Kirche von Türmitz, Bez. Aussig an der Elbe
Das Schloss und der Meierhof in Obertürmitz lagen dort, wo noch heute das alte Schloss und der Meierhof stehen; das Herrenhaus und der Meierhof von Niedertürmitz hatten ihren Standort am sogenannten Tampel. Das alte Schlössel lag unterhalb des heutigen Hauses 41.
Im Jahre 11664 ließ der damalige Grundherr Graf Hans Hartwig von Nostitz die Marktgerechtigkeit von Groß-Tschochau auf Türmitz übertragen und sorgte für die Ansiedlung von Handwerksleuten, denen er ein Haus und zwei Strich Grund gegen einen jährlichen Zins übergab. Seit 1675 wurden hier Jahrmärkte abgehalten. Die Aussiger haben dagegen vergeblich Einspruch erhoben.
Zu Anfang des 18. Jahrhunderts blühte in Türmitz die Tuchmacherei. Um das Jahr 1775 gab es hier 13 ordnungsgemäße Zünfte.
Das Stadtl zählte damals 107 Nummern, 1830 115 Häuser mit 648 Einwohnern. Seit dieser Zeit gewinnt auch der Bergbau immer mehr an Bedeutung. 1850 wurde die Zuckerfabrik gebaut, die um 1887, 300 Arbeiter beschäftigte, aber 1910 stillgelegt wurde. Das Bräuhaus ist seit 1915 stillgelegt. (Vom Aussiger Bräuhaus angekauft) Wer nach Türmitz mit der elektrischen Straßenbahn fährt und auf dem Marktplatz aussteigt, sieht zunächst die katholische Kirche vor sich, die in dieser Gestalt 1898 erneuert wurde. Der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1726 und wurde 1731 eingeweiht. (Wappen der Familien Nostitz-Schönborn). Der linke Seitenaltar stammt aus 1727. Auf dem Marktplatz spielte sich früher an den Markttagen ein reges Leben ab. Eine Besonderheit war der Mohnmuschelmarkt am Osterdienstag (seit1832), der in Friedensjahren viel besucht war. Das alte Rathaus (jetzt Gasthaus, Privateigentum) stammt aus dem Jahre 1680. Die alte Schule wurde 1884, das Pfarrhaus 1720 - 1723 erbaut. Das Kriegerdenkmal in der kleinen Parkanlage vor dem alten Schlosse ist eine Arbeit des heimischen Bildhauers Otto Benda. Das alte Schloss wurde vom Grafen Wenzel Nostitz um 1690 erbaut.

Vor der Schlacht bei Lobositz (am 1. Oktober 1756) hatte Friedrich der Große von Preußen hier sein Hauptquartier, woran eine Gedenktafel erinnert. Das neue Schloß, das in den Jahren von 1856 bis 1863 vom Wiener Baumeister Ferstel im sogenannten Elisabethstiel erbaut wurde, kam im Jahre 1919 durch eine Widmung der Familie Wolfrum in Aussig in den Besitz der Stadtgemeinde, die es für die Unterbringung des Museums bestimmte, das mit seinen annähernd fünfzig Räumen zu den schönsten Museen des Sudetenlandes gehört. Es beherbergt reiche geologische vorgeschichtliche und heimatkundliche Sammlungen, deren Besichtigung allen Heimatfreunden wärmsten empfohlen wird. Das Schloß ist von einem schönen Park umgeben.Die neue Volks- und Bürgerschule wurde 1906 errichtet. Die von den Tschechen 1926 erbaute Schule dient gegenwärtig als Kaserne. Die evangelische Kirche wurde 1907 eingeweiht.

Schrifttum: "Beiträge" und Türmitzer Kalender 1922-1931; A. Tscherney, Türmitz (1909). Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

Wohnhäuser in Türmitz, Bezirk Aussig an der Elbe  
 

Ortsverzeichnis

Straßenverzeichnis von Türmitz

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