Waldschnitz,

  

mit 41 Häuser, 230 Einwohner, Katholische-Gemeinde Waltirsche, Post Pfarre und Schule Schwaden, liegt an der Gabelung des Straßenzuges Schwaden - Groß-Priesen und Schwaden - Presei im reizenden Waldtale des Tschernischkenbaches am Ostfuße der Radischke (270 m, Sodalithsyenit, Fundort altzeitlicher Bronzekultur). Landwirtschaft, Fabrikarbeiter. Jüngere Dorfsiedlung aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, offensichtlich entstanden auf den Gründen des bei der Teilung des Gutes Schwaden (1568) aufgelassenen Meierhofes Warta, wobei je eine Hälfte der entstandenen Häuselanwesen einerseits an das neugegründete Gut Taschow (spätere Herrschaft Sahorschan), anderseits an das Gut Schwaden fiel. Der Taschower Anteil wurde noch 1758 als Dorf Warta bezeichnet, aber gelegentlich der Häusernummerierung im Jahre 1770 gewann bei der Zusammenlegung beider Siedlungen zu einem Orte der Name des Schwadener Anteils Waldschnitz die Überhand. Ansichtskarte von Waldschnitz, Bez. Aussig an der Elbe
Diese Ortsbezeichnung ist offenbar von der Bachflur Olesnice als dem Lagegelände des Dorfes übernommen; das anlautende w (1591 Volešnic) ist als tschechisches Vorwort "in" anzusehen, so daß die Übersetzung "im Erlengrunde" lauten würde.
Andere Flurnamen: Neuland (Rodungen aus der Zeit der Ortsgründung), Fuchshübel, Weingarten. Aus dem Grundbuche lassen sich die Anwesen 4, 16, 17, 18, 21, 22, 23, 24 und 27 als ehemaliger Wartner Teil herausschälen. Die Nummern gehörten bis 1844 zum Gute Sahorschan, seither bis 1848 zur Herrschaft Groß-Priesen; sie sind noch heute zur Groß-Priesener Kirche Waltirsche eingeteilt, während die übrigen Nummern innerhalb der Reihe 1 bis 27 zur Pfarrkirche St. Jakob in Schwaden gehörten.

Ortsverzeichnis

Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig-Schreckenstein..