Warta,

mit 4 Häusern, 21  Einwohnern, katholische Gemeinde Wittal, am Fahrwege Wittal - Warta - Waldschnitz, Pfarre Schwaden, Post und Schule Groß-Priesen, liegt auf dem Höhenrücken zwischen dem phonolithischen Tschernischken (377 m) und dem Groß-Priesener Galgenberge (256 m, Sodalithsynit und Hauyntephrit). Landwirtschaft, Obstbau. Der Ort verdankt seinen Namen der ehedem hier bestandenen Feste Warta. Die Feste Warta erhob sich auf dem Burghügel, der sich nahe beim Dörfchen aus der Wasserscheide zwischen Tschernischken- und Hummelbach auslöst, im Zuge seiner Erstreckung gegen Süden und Westen schroff ins Tschernischkental abstürzt und an der weniger steilen Nordseite von dem nach Waldschnitz führenden Fahrwege begleitet wird. Postkarte von Warta, Bezirk Aussig an der Elbe
Von der ungeschützten Ostseite zog sich von jener Stelle, wo sich der bereits 1397 genannte Meierhof befunden haben muß, der Burgweg zunächst in das sogenannte Vorwerk, zu dessen Schutze ein mächtiger, 5 m breiter und noch heute gut erhaltener Erdwall errichtet war, der sich halbkreisförmig um den Hügel bis zu dessen steilen Absturze in die Talschlucht legt. Vom Vorwerke lenkte der Burgweg zuerst parallel mit dem Waldschnitzer Fahrwege, dann in einer jähen Wendung gegen Süden auf einen kleinen, freien Platz an der Westseite des Burghügels, der den freilich nur sehr beschränkten, von Mauerwerk umfriedeten Burghof haben mag. Von hier aus konnte man wahrscheinlich nur mittels einer Holztreppe den Wohnturm erreichen, der sich auf dem obersten, kaum 100 Schritte im Umkreis haltenden Hügelgelände erhob. Das dichte Gestrüpp, welches nebst Waldbäumen den ganzen Hügel bedeckt, macht heute jede nähere Untersuchung der Burganlage fast unmöglich.
Die Burg Warta dürfte um die Mitte des 14. Jahrhunderts von Johann II. von Wartenberg auf Tetschen erbaut worden sein, nachdem dieser bei der Teilung des ihm und seinem Bruder Benesch im Jahre 1319 überlassenen Gutes Schwaden  --  noch vor 1346  --  das Teilgebiet bei Groß-Priesen erhalten hatte. Zur Feste gehörten damals die Orte Groß- und Klein-Priesen, Wittine, Pschüra, Ostrow, Welschen, Sulloditz, Waltirsche, Wittal, Malschen, nach 1355 auch Budowe, Presei. Noch vor Ausgang des 14. Jahrhunderts geriet Warta mit Zubehör an Benesch d. Ü. von Dauba auf Liebeschitz, dessen gleichnamiger Sohn es 1397 zu Erbe erhielt, aber zwischen 1400 - 1401 an Johann (IV) v. Wartenberg auf Tetschen zurückverkaufte. Die Burg scheint schon bald darauf in den langen Fehden, welche dieser um die Feste zu führen hatte, zerstört worden sein. Die Wartenberge auf Groß-Priesen hielten das Gut Warta bis um das Jahr 1522 , worauf es durch Verkauf an Friedrich von Salhausen, von diesem 1523 an die Brüder Hans und Nickel von Techwitz und 1533 an Hans von Salhausen kam, der es nach Erwerbung von Schwaden (1548) mit letzteren Gute vereinigte. Bei der Teilung unter seinen Söhnen im Jahre 1568 wurde ein Teil des Gutes Warta (Taschow mit Anteil Nemschen, Wittal, Waltirsche, Klein-Priesen, Wittine, Ostrow und Pschüra) zum neuentstehenden Gute Taschow, ein anderer (Presei, Malschen, Budowe) zum Gute Schwaden geschlagen.
Schon ein halbes Jahrhundert später (um 1615) fiel Gut Taschow durch Kauf an Nastislav Kinsky auf Teplitz, der den größten Teil --  darunter wohl auch Warta -- seiner Herrschaft Sahorschan eingliederte.
Da das Dorf Warta, das später ebenfalls als Zubehör zu Sahorschan erscheint, bei der Teilung im Jahre 1568 noch nicht genannt wird, dürfte es erst nach dieser Zeit --  wohl durch Vergabe von dortigen Meierhofsgrund an 4 Ansiedler --  entstanden sein. Ein weiterer Zuwachs an Häuseln ist bis zur Gegenwart auch nicht mehr eingetreten.

Noch in Bearbeitung!

Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig - Schreckenstein

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