Ziebernik ,

seit 1939 in den Stadtkreis Aussig eingemeindet, zählte 1939 85 Häuser und 513 Einwohner. Im Jahre 1787 hatte das Dorf ("Zieberling") 22 Nummern, 1887, 38 Häuser mit 267 Einwohnern. Es war ursprünglich ein Runddorf, wie man noch an der Lage der Häuser auf dem Ortsplatz bemerken kann. Seit alters gehörte Ziebernik zur Stadt zur Stadt Aussig. Es bildete einen Teil des "Gutes Wannow", zu dem die Orte Wannow, Ziebernik, Spiegelsberg (zum Teil), ein Haus in Soblitz (Nr. 4) und die Einschichte "Zum Wohnerbauer" (jetzt Hanke-Bauer) beim Gasthause "Zum Laaden" gehörten. Der Name des Ortes erinnert an das Vorkommen von Silber (stribro), das dort wirklich gegraben wurde. Im Jahre 1491 verlieh der Rat der Stadt Aussig dem Bartholomäus Czapek mit seinen Gewerken eine Fundgrube hinter Ziebernik.
Ehemalige Stollen fand man auch im Bertagrund. Dieser wurde nach der Frau des Präsidenten der Chemischen Fabrik, Max Schaffner, benannt. Oberhalb Ziebernik entspringt das Dulzeflössel, das in einem Sammeltrichter die Wässerlein des Brandfußes sammelt und sich im Laufe vieler Jahrhunderte tief in den Tuffboden des Dulzetales eingenagt hat.
Der Aussiger Gebirgsverein sorgte für die Anlage hübscher Wege durch diesen romantischen Talgrund. Eine kleine Besonderheit des Dorfes Ziebernik war das Glöcklein auf der Dorflinde, das 1942 kriegsgemustert wurde.
Nach dem Jahre 1900 nahm die Bautätigkeit durch Errichtung einiger Villen zu. Bemerkenswert ist auch, daß sich das Gemeindegebiet von Ziebernik einerseits bis auf den Marienberg, anderseits bis zum Gasthaus am Laaden im Stadtteil Aussig-Lerchenfeld erstreckt.
Nördlich vom Orte liegt der Kleine Brand (401 m), auf dem im Jahre 1933 eine steinerne Aussichtswarte (Alexander-Erben-Warte) erbaut wurde.
Östlich vom Orte liegt die Zieberniker Horke (303 m), in deren Umgebung sich auch Silberstollen befanden.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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