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Heidelberger breiten ihre „schützende Hand" über Ústí  aus.

Ein Bericht der RNZ - Rhein-Neckar-Zeitung

 
Ihre Kapelle symbolisiert eine "schützende Hand": Patrick Lubs und Klaus Horstmann-Czech

Von Holger Buchwald

Der Altar ist aus Basalt, das Kreuz aus Glas. Wie eine schützende Hand wird sich die Kapelle auf dem Marienfelsen erheben. Zwei Heidelberger haben diesen Wallfahrtsort im tschechischen Ústí nad Labem entworfen: der Bildhauer Klaus Horstmann-Czech und Patrick Lubs von der Architektengemeinschaft ap88. Am Sonntag werden die beiden nach Nordböhmen fahren, um den ersten Preis des Wettbewerbs für die Kapelle entgegenzunehmen.

Für Klaus Horstmann-Czech ist der Preis etwas ganz Besonderes, denn er ist in Ústí nad Labem geboren, das damals Aussig an der Elbe hieß und heute knapp 100000 Einwohner zählt. Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks hat der Bildhauer einen guten Kontakt mit seiner Geburtsstadt aufgebaut. Nicht zuletzt deshalb wurde er zu dem internationalen Wettbewerb eingeladen. Der Sieg war für den Künstler trotzdem eine Überraschung: "Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet."

Es ist ein historischer Ort, an dem die Kapelle ab 2009 gebaut werden soll. Bereits 1680 errichteten die Aussiger an dieser Stelle eine kleine Kirche – als Dank dafür, dass sie von der Pest verschont geblieben waren. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus zerstört, 1815 wieder aufgebaut. Mit der Restaurierung bedankten sich die Gläubigen dieses Mal dafür, dass die napoleonischen Kriege in ihrer Stadt keine Verwüstungen hinterließen. Doch die Kommunisten hatten keine Achtung vor dieser Symbolik: 1976 rissen sie die Mauern nieder.

Mit ihrer Idee, den Andachtsraum in den Boden zu graben, und auf dem nur 14 mal acht Meter großen Grundriss ein einer schützenden Hand nachempfundenes Dach zu bauen, sicherten sich Lubs und Horstmann-Czech den ersten Preis. Dies ermöglicht den Aussigern, dass die Kapelle auch für große Marien-Prozessionen mit Tausenden von Gläubigen genutzt werden kann. Bei einem Gottesdienst im Freien wäre der Altar geschützt.

Im unterirdischen Andachtsraum haben etwa 50 Gläubige Platz. Der "Handrücken" des Dachs dient gleichsam als Lichtschacht, der bei Tag für eine natürliche Beleuchtung des Kapelleninneren sorgen soll. Die das Dach tragenden Säulen stellen Bäume dar, denn das Gotteshaus ist von Wald umgeben. Wer für welchen Teil des Entwurfs verantwortlich ist, können Lubs und Horstmann-Czech nicht sagen. Das Projekt "Kapelle auf Marienfels" entstand in gemeinsamer Diskussion und Arbeit.

"Es ist die erste Kapelle, die wir planen, und für uns ist das schon etwas ganz Besonderes", sagt Lubs. Eine Kirche lasse sehr viel Spielraum für Architektur. Bei solch einem Gebäude gehe es in erster Linie um den Raum selbst und um die Stimmung, die erzeugt werden solle. Und das ist eben ganz anders als bei Funktionsbauten wie Krankenhäusern.

Nächste Woche werden der Heidelberger Architekt und der Bildhauer das weitere Vorgehen mit dem Oberbürgermeister von Ústí, Jan Kubata, besprechen. Lubs und Horstmann-Czech hoffen darauf, dass ihnen nun auch die Ausführung übertragen wird. Nur so behalten sie die Kontrolle über das Bauwerk auf dem Hausberg von Ústí, das von den wichtigsten Punkten der Stadt aus zu sehen sein wird.

 

MĚSTSKÉ NOVINY

Informační list pro občany města Ústí nad Labem

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Soutěž o návrh kaple vyhrál projekt z Heidelbergu

 

Dne 12. prosince proběhlo na Magistrátu města ÚL vyhodnocení soutěže o nejlepší grafi cký návrh kaple na Mariánské skále. Komise jednala o celkem devíti došlých soutěžních návrzích. Jelikož se nejednalo o architektonickou soutěž a oslovena byla široká veřejnost, grafi cké návrhy byly poměrně odlišné, ale vesměs zajímavé a originální. Zájem o účast v soutěži projevili autoři jak ze samotného Ústí nad Labem, tak i např. z Děčína, Chřibské, Prahy, Brna a německého Heidelbergu. Hodnocení proběhlo ve dvou kolech, přičemž do druhého postoupily tři nejzajímavější návrhy, které členy komise zaujaly především svou originální vizuální stránkou. Vítězem se nakonec stal návrh Ateliéru Ap88 z Heidelbergu vytvořený na podnět a ve spolupráci s ústeckým rodákem Klausem Horstmannem. Návrh se nejvíce přiblížil představě o budoucím praktickém využití kapličky. V úvahu se bral především záměr vytvořit místo odpočinku a relaxace, místo, které bude oblíbeným cílem procházek občanů města. Důraz se proto kladl na otevřenost kaple, zvažovaly se i budoucí praktické problémy, jako jsou potencionální vandalismus a náklady na údržbu a provoz. Posuzovalo se i zázemí pro konání občasných bohoslužeb a náboženských poutí. Vítězný návrh podle názoru komise všechny tyto aspekty vystihuje nejlépe. Symbolicky zároveň představuje ochrannou ruku, čímž navazuje na historický odkaz kapličky, která byla vždy chápana jako projev díků za ochranu před katastrofami, ať už to byla morová epide či napoleonské války.